Mittwoch, 20. Februar 2008

abriß des hüfthöckers

zu diesem springpferd wurde ich gerufen, da es auf hartem untergrund gestürzt war. seither war das pferd massiv lahm li hinten . es konnte die hinterhand kaum belasten ( nur noch kontakt mit der zehe).ein bewegen des beines in streckung ,also nach hinten war unmöglich. der besitzer teilte mir mit, dass der tierarzt da war, das pferd nur eine prellung hat und man das becken wieder grad machen müßte , durch physiotherapie.als ich das pferd befundete, stellte auch ich ein total schiefes becken fest. und zwar einseitig nach vorne gedrehte beckenschaufel. ( für den laien so ausgedrückt).des weiteren konnte sich das pferd kaum bwegen, bzw. stehen. nach einer kurzen untersuchung schaute ich mir den hinterhandbereich genauer an.durch exaktes abtasten der hinterhand und beweglichkeitstests kamen wir schnell zu einem ergebnis. li war kein hüfthöcker zu ertasten . er war einfach weg und stand 10 cm tiefer. durch den sturz war er abgesprengt worden. wir riefen in einer nahegelegenen pferdeklinik an, die uns dann auch sofort einen arzt schickten. das pferd wurde erstmal unter schmerzmittel gesetzt, muß jetzt stehen. aber die heilungschanchen am becken mit dieser diagnose stehen beim pferd ganz gut.immer wieder werde ich von kunden gefragt, warum ich mich solange am befund aufhalte, wo doch der arzt schon da war und dies und jenes diagnostiziert hat. das wär doch auch viel billliger. . das pferd ist auch ein ganzeheitlich funktionierendes lebewesen und funktionniert nicht nur in einzelteilen. also muß ich es auch ganz befunden und ganzheitlich behandeln und nicht nur ausschnitte. und in solchen fällen wie hier, hätte ich dem pferd noch zusätzlich massiven schaden und schmerzen zugefügt. mein befund ist mir wichtig, und ist meine absicherung für meine arbeit und für das mir anvertraute pferd!

Dienstag, 1. Januar 2008

fn-anerkennung für pferdephysiotherapeuten - zeichen für qualitätsvolle ausbildung

immer wieder erreichen mich anfragen, wie ich einen qualifizierten pferdephysiotherapeuten für mein pferd erkenne...fragen sie nach!! lassen sie sich erklären wie und wo er seine ausbildung gemacht hat. wir pferdephysiotherapeuten mit fn-anerkennung( = deutsche reiterliche vereinigung) sind alles therapeuten, die eine abgeschlossene berufsausbildung in der menschenphysiotherapie haben und langjährige berufserfahrung besitzen. andere therapeuten werden von der fn nicht anerkannt. an den pferdephysiotherapie/osteopathieschulen , deren ausbildungen von der fn anerkannt werden, werden ausschließlich humanphysiotherapeuten und tierärzte unterrichtet und einer strengen prüfung unterzogen. die ausbildung dauert nach dem staatsexamen für die menschenausbildung noch ca. 2 weitere jahre. zusätzlich werden diese therapeuten noch durch die fn geprüft und müssen sich diese anerkennung auch alle 3 jahre erneuern lassen. wofür wieder fachspezifische weiterbildungen erforderlich sind. wir schöpfen also aus langjähriger erfahrung und fundierter ausbildung. diesen wissensvorsprung sollte ihr pferd ihnen wert sein!!!!!!!!!!

Sonntag, 18. November 2007

reitponys haben auch ihre ganz persönliche bürde zu tragen

immer wieder werden mir reitponys vorgestellt, die probleme haben in der täglichen arbeit. so was wie anflüge von ich will nicht, ich bin zickig, ich geh gegen die hand etc. ... für diese kleinen sportler und ihre kleinen reiter ist das manchmal schon schwierig, dass jeder mit seinen bedürfnissen nicht zu kurz kommt.die oft noch kleineren kinder haben einfach ein problem ,ihre ponys gut über den rücken zu reiten. da fehlt es an kraft, an können, an den körperlichen möglichkeiten, die pferde optimal zu arbeiten.die ponys nehmen dies meist auf ihre kappe und geben schön das köpfchen her und tun mit. aber oft wird halt der bewegungsablauf mit stabilisierter wirbelsäule "schön über den rücken" nicht erreicht. über die zeit machen die ponies dann doch zu im rücken, drücken den rücken weg, halten sich fest in der oberlinie, und ihre rumpfabfedernde muskulatur also die stoßdämpfung arbeitet nicht mehr . ein regelmäßiger korrekturberitt durch einen guten ausbilder ich weiß, dass ist schon wegen der größe schwierig, ist hier sinnvoll. regelmäßige ausflüge ins gelände helfen zu entspannnen und die seele baumeln zu lassen.einige dieser ponies kommen vor allem während der turniersaison regelmäßig alle 4 wochen zur behandlung, sodass sie optimal durch die harte wettkampfzeit kommen.

Sonntag, 23. September 2007

überbeine und nun?

immer wieder kommen fragen, wie was sind überbeine , warum hat sie mein pferd so plötzlich...überbeine sind knochenzubildungen, meist an der innenseite der röhrbeine und zumeist an der vorhand. jeder kennt sie und sie kommen und gehen wie sie wollen.überbeine können natürlich einfach durch einen schlag kommen, oft natürlich auch durch schlechten hufbeschlag , durch fehlbelastung und überlastung... die liste ist lang.zumeist treten sie bei jungen pferden auf. meist in der anreitphase oder in phasen der mehrbelastung. dies sind notlösungen des körpers, wenn er zuviel belastet wird oder der körper mit der belastung noch nicht umgehen kann. dann verstärkt der körper kurzerhand den knochen mit knochenanlagerungen. bei jungen pferden sind die griffelbeine noch sehr beweglich mit einem band mit dem röhrbein verbunden. wenn jetzt von oben belastung auf die knochen des karpalgelenks kommt , gibt es kleine bewegungen zwischen dem griffelbein und dem röhrbein und natürlich auch am verbindungsband. diese kleinen belastungen reichen manchmal schon aus, dass sich dort knochenanlagerungen bilden. kommt jetzt noch ein schlechter boden oder eine schlechte reittechnik dazu, kann es schnell zu überbelastung oder reizungen in diesem bereich kommen. überall wo der körper das gefühl hat, dass der knochen zu sehr belastet wird , baut er einfach eine verstärkung hin. er bildet zusätzliche knochenanlagerungen.. unsere berühmten überbeine entstehen.oft hilft es den beschlag zu optimieren, mir gedanken zu machen ,ob das belastungsgefüge meines training stimmt oder ich von dem pferd zuviel in zu kurzer zeit verlange. außerdem muß ich mal die technik meiner ausbildung des pferdes überprüfen. werden die pferde schlecht über den rücken gearbeitet , und dann auch noch stark belastet, dann muß ich auch hier direkt was ändern. ein zurückfahren der belastung , arbeit auf weichem boden, und ein überprüfen der technik lassen, oft die überbeine wieder verschwinden. achtung es kann sich hier natürlich auch um einen bruch des griffelbeins handeln. also kann ihnen hier sicher ihr tierarzt gut helfen, was zu machen ist .

Samstag, 7. Juli 2007

auch ein zu langer hufbeschlag kann zu rittigkeitsproblemen führen


beim anruf erzählte die besitzerin, dass ihre 4 jährige stute plötzlich beim reiten nur noch zwieder ist, sich nicht mehr losläßt, nicht mehr abwenden will und am liebsten davon läuft. sie beschrieb sie schon als sehr wütend jedesmal wenn es ans reiten ging.beim ersten blick auf das pferd ,fiel sofort der überfällige hufbeschlag auf. und die dabei abartige fußung des pferdes. dabei zeigte das pferd im stand keinerlei gravierende stellungsprobleme. außerdem stolperte sie über ihre zehen. beim abtasten der beine zeigte sich an den sehnenscheiden der beugesehnen schon schwellungen. so wie die sache aussah war die stute , die wohl von haus aus schon sehr dominant war, einfach wütend , weil ihr die füße wehtaten und sie nicht mehr korrekt fußen konnte. der beschlag war übrigens erst 7 wochen alt. wir holten den hufschmied . nach einem frischen beschlag und einer woche koppelpause hatte die sache sich beruhigt. das pferd arbeitet wieder losgelassen und zufrieden ,die vorderfüße haben sich beruhigt . also muß man hier einfach nach 6 wochen beschlagen lassen, und es somit das nächste mal gar nicht mehr so weit komnmen lassen. die stute hat eine wirklich klare sprache gesprochen, dass es so nicht geht!!!!!!!!!!!!!!

Montag, 28. Mai 2007

faszination galoppsport

durch ein zufälliges kennenlernen der präsidentin des amateurrennreiterverbandes, frau rosemarie kerler, hatte ich gestern die möglichkeit einmal hinter die kulissen der galopprennbahn zu schauen. mit viel liebe zu den faszinierenden vollblüter erklärte sie uns den trainingsalltag und die arbeitsweise mit den vollblütern. bei einem gespäch mit einem namhaften trainer , sahen wir auch wie sensibel dieser auf jede bewegung und jeden atemzug seiner schützlinge achtet, um bei etwaigen kleinsten auffälligkeiten sofort das training umstellen zu können.da diese pferde hohen sportlichen belastungen ausgesetzt sind, hoffe ich einigen von ihnen durch meine arbeit, durch manches leistungstief helfen zu können.denn auch aus dem vollblutsport kommen immer wieder anfragen...

Freitag, 4. Mai 2007

kaltblut braucht mich auch manchmal

auch die großen "kalten" brauchen manchmal physiotherapie- schön dass der besitzer es erkannt hat. denn auch ein kaltblut leistet viel. durch sein gewicht fällt es ihm oft schwer bei der arbeit eine schonende ökonomische körperhaltung, nämlich über den rücken gehen ,einzunehmen. dann kommt er oft in die situation, dass sein stoßdämpfersystem nicht mehr so gut funktioniert und er stark auf kosten seines körpers arbeitet. genau das war dem burschen hier passiert. wir machens mal mit kraft, aber den rücken lassen wir durchhängen, und so hat sich für das pferd stück für stück ein doch massives rückenproblem aufgebaut. nach eingehender befundung und behandlung haben wir dem burschen ganz gut helfen können. der besitzer wird jetzt mehr auf die arbeit über einen tätigen rücken achten, und so für den wallach eine lösung von dauer finden..